Das heisse Eisen - 03 - TCS-Motorradgruppe

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Das heisse Eisen angefasst

von Markus Dürrenberger

Wir schreiben das Jahr 2014. Es werde Licht für Alle, ausgenommen Fahrräder (die haben kein Kontrollschild mehr als Adresse für die Busse). Damit nicht genug, man will jetzt endlich die Dreckschleudern von Motorrädern in unserem Strassenverkehr sanieren. Abgaskontrollen und Nachrüstung von Abgasreinigungsanlagen für ältere Motorräder sind die ins Auge gefassten Massnahmen. Man fragt sich schon, warum immer wir? Die Motorradfahrer scheinen da eine Art Kollektivschuld zu tragen. Dabei fahren Leute aus allen Gesellschaftsschichten aus vielen verschiedenen Gründen Motorrad. Sogar die Armee setzt auf die flinke Wendigkeit von Motorrädern. Zum Glück gibt es zu diesem Gesetzesentwurf noch eine Vernehmlassung, bei der euer Präsident mitmachen darf. Da ist noch nicht das letzte Wort gesprochen.

Ich frage mich, wann endlich die Classe Politique dazu lernt. Es sind nicht die Motorradfahrer (Endverbraucher) schuld und müssen bestraft werden, sondern es braucht lenkende Massnahmen im Markt. Den Entwicklern und den Verkäufern müssen Regeln auferlegt werden. Dies kommt jedoch für Politiker nicht in Frage, denn man kämpft ja überzeugt für eine freie Markwirtschaft und Wirtschaftswachstum (eben Kapitalismus) sonst verliert man Wählerstimmen und muss um die nächste Wiederwahl fürchten.

Nur Bestrafen der Kleinen nutzt der Umwelt wenig. Solange es Maschinen gibt, die mit 1 kW und mehr pro Kilogramm Fahrzeuggewicht und beliebigem Benzinverbrauch daher kommen verdienen die CEO’s der grossen Hersteller Fantasielöhne und die Kleinen zahlen Geschwindigkeitsbussen, Umweltabgaben, CO2-Strafsteuern, Parkvignetten und Abgasinspektionen. So haben wir Wirtschaftswachstum und die Politiker werden wiedergewählt, weil sie für die Wirtschaft viel getan haben, den Umweltschutz gefördert haben und das Staatsdefizit mit den Steuereinnahmen verringert haben. Wann endlich liebe Leute schaltet ihr euer Gehirn ein? Kein Gesetz hilft uns Kleinen etwas, wenn die Polkappen abschmelzen und wir im Meer versinken. Die Grossverdiener ziehen dann mit ihrem Helikopter in ihre Zweitwohnung nach St. Moritz und räkeln ihren Luxuskörper in der Sonne. Sie verdienen das, weil sie den Shareholdervalue ihrer Firma um sagenhafte Prozentzahlen gesteigert haben und die Kostenstruktur mit Massenentlassungen saniert haben. Verantwortlich für das, was den Kleinen passiert ist sind die Andern, der Staat hat schliesslich für solche Fälle Sozialwerke.

Eines habe ich noch vergessen: Stellt eure Motorräder auf den Marktplatz in Basel, zertrümmert sie mit einem grossen Hammer, und fahrt fortan mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dann seid ihr brave Staatsbürger. Aber halt, das wäre ja Aufruf zu grobem Unfug in der Öffentlichkeit und zu bestrafen mit Freiheitsentzug nicht unter drei Monaten und einer Busse von mindestens zehn Tagessätzen. Die Kosten für die Aufräumarbeiten würden dem Angeklagten auferlegt. Da sind wir sauber!

Last update: 08.10.2017
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