Das heisse Eisen - 08 - TCS-Motorradgruppe

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Das heisse Eisen angefasst

Von Markus Dürrenberger

Es ist ja bekannt, dass ich ein kritischer Beobachter der BMW-Szene bin. Was sich BMW mit der Rückrufaktion wegen defekten Hinterradkränzen geleistet hat ist ein Skandal und ein Angriff auf Leib und Leben der BMW-Fahrer. Der Radkranz ist ein Konstruktionsfehler, der einem blutigen Anfänger einer Ingenieurs-Schule niemals unterlaufen würde. Missachtung von vorgeschriebenen Materialtoleranzen und Belastungswerten. BMW bringt es fertig, ein solches Teil jahrelang in Serienprodukte einzubauen. Dann wird in einem offiziellen Rückrufbrief die Schuld auf Fremdmarken-Servicestellen und Fahrer abgewälzt, die selbst einen Radwechsel vornehmen. In einem betroffenen Fall enthielt sogar die Betriebsanleitung des betroffenen Modells die falschen Anzugs-Drehmomente für die Schrauben des Hinterradkranzes. Selbst wenn der Fahrer den Drehmomentschlüssel verwendet hatte, wurde er falsch informiert.

Das erinnert mich an meine rote K100. Da wurde über die gesamte Serie eine Fehlkonstruktion der Auspuff-Wärmeabdeckung eingebaut. Dann sind da die chronisch quietschenden und unterdimensionierten Billig-Bremsen der F650GS. Die brechenden Kardanwellen. Die Plastiktrichter als Vorratsgefässe für Bremsflüssigkeit, die bei Berührung abscheren. Auswechseln einer Scheinwerferbirne ist eine Tagesarbeit oder es endet mit der Kostenfolge eines neuen Reflektors. Und dann immer der Kommentar des BMW-Vertreters: Das hatten wir bei diesem Typ noch nie vorher. Die halten die BMW-Fahrer für emotionslos.
Nur da geht es nicht um lebensgefährliche Dinge. Das alles wird vom Kunden bloss mit Material und Arbeitsstunden bezahlt und zwar oft mehrmals in der Laufzeit der BMW Motorräder.
Es ist also nicht der erste grobe Schnitzer der Marke BMW. Nur irgendwann einmal merken auch die Kunden vielleicht wie es mit der Qualität eines BMW steht, für die sie glaubten, es rechtfertige sich ein merkbar höherer Anschaffungspreis verglichen mit den Mitbewerbern.

Last update: 08.10.2017
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