Der Tourenleiter - TCS-Motorradgruppe

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Interessantes
Was tut eigentlich der Tourenleiter


von Markus Dürrenberger

Wir alle fahren nicht nur Motorrad, weil wir uns von einem Punkt zum anderen bewegen müssen, sondern hauptsächlich zu unserem Vergnügen.
Es mag ja verlockend erscheinen, mal 10 oder gar 40 Motorräder anzuführen; alle tun, was ich will. Dazu gehört aber, dass der Tourenleiter ein Vorbild in jeder Beziehung ist. Nur dann kann ihm jeder vertrauen und eine Tour geniessen.

Die Vorbereitung

Ich habe eine Idee oder eine Beschreibung, die, wie es mir scheint, andere Gleichgesinnte auch toll fänden. Ich schlage diese Tour einem Vorstandsmitglied vor, am Besten dem Tourenverantwortlichen für das Jahresprogramm Max Favre. Dieser stimmt mir zu und fragt, ob ich die Tour selbst leiten will, oder ob er einen erfahrenen Tourenleiter einsetzen soll. Ich will das selbst tun und Max gibt mir in Absprache einen "Schlussfahrer" an. Dieser hilft mir bei der Tour und kann sie, wenn dies aus irgendeinem Grund erforderlich ist, selbst durchführen.
Ich verabrede mich mit dem "Schlussfahrer" und fahre die Tour vorgängig ab. Dabei haben wir unseren Spass und notieren alles genau, suchen die Übernachtungen, Halte und Restaurants aus. Der Verein übernimmt dafür die Spesen.
Ich handle mit Max einen definitiven Termin aus und helfe ihm beim Ausschreibungstext für die Moto-Info und die Webseite.

Die Durchführung

Am Treffpunkt verteile ich die Route an die Interessierten auf einem Blatt Papier, einige haben die Tour schon in ihren GPS programmiert. Dann gebe ich den Tagesplan und den nächsten Treffpunkt bekannt.
Ich mache allen die Regeln
für das Gruppenfahren klar:

  • Der Gruppenleiter fährt vorne links.

  • Der Zweite fährt versetzt rechts neben dem Leiter.

  • Gleiche Zweierreihen folgen im Abstand von 20 Metern bis zum gekennzeichneten Schlussfahrer.


     

  • Innerorts bleiben wir möglichst zusammen, halten in engen Zweierreihen an.

  • Wir fahren geradeaus, bis der Gruppenleiter abbiegt.

  • Verliere ich meinen Hintermann aus den Augen, halte ich vor einer Abbiegung. Geht es geradeaus, fahre ich weiter.

  • Innerhalb der Gruppe herrscht ein Überholverbot, ausgenommen in Notfällen.

  • Überholt der Gruppenleiter, tun das alle mit der nötigen Vorsicht.

  • Schwächere Fahrer fahren am Ende der Gruppe. Der erfahrene Schlussfahrer kümmert sich um sie.

  • Ich unterstelle meine persönlichen Gelüste so lange dem Interesse der Sicherheit in der Gruppe, bis der Gruppenleiter mit einem Zeichen, das ich weitergebe, die freie Fahrt eröffnet. Auf Passhöhen oder an vereinbarten Treffpunkten halte ich mit dem Rest der Gruppe an.


Nun geht's los. Der Schlussfahrer gibt mir von hinten ein vereinbartes Zeichen, wenn alle abfahrbereit sind.
Jetzt bin ich für das Wohl der Gruppe verantwortlich. Dies kann ich, denn meinen Spass hatte ich schon beim vorgängigen Abfahren der Tour. Ich und der Schlussfahrer wissen ja, wo's lang geht.
Ich schöpfe die mögliche Höchstgeschwindigkeit nie aus. Bei einer Erhöhung der erlaubten Geschwindigkeit, warte ich mit schneller fahren, bis der Schlussfahrer die Stelle passiert hat. Überholen tu ich nur, wenn ich überzeugt bin, dass die ganze Gruppe das gefahrlos schafft, bevor ich das nächste mal abbiegen muss. Verliere ich meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Rückspiegel wegen einer Signalisierung, die nicht die ganze Gruppe schafft, dann halte ich kurz zur Sammlung rechts an. Ich beobachte immer die Verkehrssituation auch in meinem Rücken und halte im Notfall an, damit kein Stress innerhalb der Gruppe entsteht. Ideal ist es, wenn ich meinen Schlussfahrer immer im Rückspiegel sehe. Wenn ich mal falsch fahre, dann behalte ich die Nerven und korrigiere den Fehler souverän mit allen meinen Kolleginnen und Kollegen. Wenn es geht, gebe ich die Fahrt frei, damit jeder auf eigene Verantwortung seinen Spass haben kann. Dabei lasse ich mich von allen Gruppenmitgliedern, auch dem Schlussfahrer überholen und übernehme bis zum vereinbarten nächsten Treffpunkt dessen Funktion. Der will sich vielleicht auch mal kurz austoben. Wenn wir parkieren, suche ich einen Platz aus, der genügend gross für die ganze Gruppe ist.
Der Schlussfahrer
ist mit einer auffälligen Weste gekennzeichnet. Er ist verantwortlich, dass alle abfahrbereit sind. Hat ein Gruppenmitglied ein Problem, dann steht er ihm bei. Er kümmert sich um die am Ende der Gruppe fahrenden schwächeren Fahrer. Für den Schlussfahrer gilt das Überholverbot nicht. Im Notfall informiert er den Gruppenleiter mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln. Er weiss Bescheid in Erster Hilfe und hat auch die Apotheke dabei.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wer das gelesen hat, versteht vielleicht, warum gewisse Dinge so ablaufen, wie sie es tun. Jeder ist in einer Gruppe ein Teil mit Verantwortung für Andere. Der Tourenleiter trägt aber die grösste Verantwortung. Sagt er (und nur er) mal ein paar korrigierende ernste Worte, dann sollte man nicht gleich beleidigt sein. Verantwortung tragen ist nicht immer einfach.
Seit ich Präsident bin, hatten wir keine Zwischenfälle mit schweren Folgen für das Leben eines Clubmitglieds. Ich hoffe jeden Tag, dass dies so bleibt, und ich weiss, ihr versteht mich.

Last update: 08.10.2017
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