Die Strasse kennen - TCS-Motorradgruppe

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Interessantes
Die Strasse kennen


Die Fahrbahn ist der "Reibpartner" der Reifen. Auch die besten Reifen sind überfordert, wenn die Fahrbahn schmierig und glatt ist.
Das "Kennen des Zustandes der Fahrbahn" ist somit für jeden Motorradfahrer eine tägliche Pflichtübung. Optische Anhaltspunkte für die Griffigkeit der Fahrbahn sind:

Lichtreflexion
Je stärker die Fahrbahn spiegelt, desto glatter ist sie.

Farbe
Die Regel ist "Je dunkler, desto rutschiger". Ausnahmen z.B. die hellen, rutschigen Beläge einiger ausländischer Küstenstrassen.


Markierungen
sind meist wesentlich rutschiger als die Fahrbahn, besonders bei Nässe, und können bis zu 3 mm erhöht zur Fahrbahn verlegt sein.
Also: Versetzt zu Markierungen fahren, damit nicht darauf gebremst werden muss. Falls ein Überfahren nicht vermieden werden kann: Schräglage verringern, Maschine rollen lassen.

Längsfräsungen
werden zur Verringerung der Aquaplaning-Gefahr aufgebracht. Sie führen die Reifen wie in Schienen und stören so die Fahrstabilität. Gefährliche Pendelbewegungen können die Folge sein.
Also: Lenker locker halten.

Splitt und Streusand
sammelt sich hauptsächlich am Fahrbahnrand und in Fahrbahnmitte.
Also: Beim Start in die Saison vor allem auf kurvigen Strecken beachten, Fahrlinie entsprechend wählen und Abstand zum Vorausfahrenden vergrössern.



Schienen und Kanaldeckel
sind aus Metall und immer glatt, nicht nur bei Nässe. Außerdem sind sie oft nicht ebenerdig verlegt.
Also: Nur in möglichst stumpfem Winkel, mit geringer Schräglage überfahren. Keine Panikreaktion, wenn der Reifen mal etwas wegrutscht.


Brücken
können an kalten Tagen vereisen, selbst wenn alle anderen Strassenstücke eisfrei sind, denn der Brückenbelag ist nach unten nur schlecht isoliert. Die Dehnfugen von Brücken sind oft aus Metall. Also: bei kaltem und feuchtem Wetter besondere Vorsicht.


Aquaplaning
gibt es auch bei den schmalen Motorradreifen, wenn auch bei höherer Geschwindigkeit als beim Pkw. Wenn es auftritt, ist der Sturz vorprogrammiert. Hohe Wasserstände finden sich besonders in Spurrillen und neben erhöhten Fahrbahnmarkierungen.
Also: Versetzt zu Spurrillen und Markierungen fahren, Geschwindigkeit verringern.

Laub und Obst
sind typische Herbstgefahren. Aber auch im Frühjahr können uns Pflanzen zu schaffen machen: Feuchter Blütenstaub kann wie Schmierseife wirken.
Also: Nicht blind durch die Botanik fahren.


Diesel/Oel
gibt es nicht nur auf der Tankstelle, sondern auch häufig in der ersten Kurve danach. Da braucht nur jemand seinen Tankdeckel zu vergessen. Und weil Tankdeckel bei Pkws meist rechts sitzen, ist die erste Linkskurve nach der Tankstelle die gefährlichste. Manchmal kann man die feuchten Stellen erkennen, manchmal nicht. Besonders schlecht bei Nässe.
Also: Im Bereich von Tankstellen besonders aufmerksam sein.



Fazit:
Das "Kennen des Zustandes der Fahrbahn* kann immer nur einen ersten Eindruck über die tatsächliche Fahrbahngriffigkeit verschaffen. Mehr Klarheit verschaffen erst Bremsproben. Wenn es unumgänglich wird, eine glatte Stelle zu überfahren, gilt folgender Bewegungsablauf:

  • Die Kupplung wird gezogen,

  • Die Maschine wird so weit es geht aufgerichtet,

  • Der Fahrer bleibt locker, um bei einem Ausbrechen der Maschine reagieren zu können.


Last update: 08.10.2017
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü