Editorial des Präsidenten - 06 - TCS-Motorradgruppe

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Editorial des Präsidenten Markus Dürrenberger


Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Ein untrügliches Zeichen, dass die Motorradsaison über ihren Zenit ist und allmählich wieder in den «Winteraktivitäten» versinkt.
Über das Wetter müssen wir an dieser Stelle nicht diskutieren. Es fand wieder einmal draussen statt und es war entweder kalt und nass oder heiss und staubig. Wenn ich früher gut angelogen sein wollte, habe ich den Blick gelesen. Heute habe ich es wesentlich leichter, ich muss nur noch den Wetterbericht lesen.
Ein Oktoberfest haben wir noch vor uns, die Abschlusstour, und dann stellen wir die Maschinen wieder in die Garage, machen Service, wechseln das Öl und motten sie ein.
Nur ein paar wenige werden dies nicht tun. Sie nennen sich Winterfahrer und sind in der Grusshierarchie der Motorradfahrer ganz oben, glauben sie. So ein echter Winterfahrer sieht ähnlich aus wie ein Harley-Fahrer aus früheren Editorials. Er hat mindestens einen Fünftagebart, der bis zur Grösse eines Alböhibarts sein darf. Er fährt einen Grossenduro mit Strassenreifen und ist am Stammtisch ein wandelndes Lexikon für Verkehrsregeln und gute Motorradsitten. Er hat immer recht und wer ihn anzweifelt, wird als Grünschnabel ignoriert.


Woran erkenne ich im Sommer auf der Strasse einen echten Winterfahrer? Winterfahrer erwarten, dass man sie mit Ehrfurcht behandelt. Sie grüssen nie, sie erwidern nur Grüsse, wie Könige. Es ist ihnen aber freigestellt überhaupt zu Grüssen. Wie überall gibt es auch dreiste Emporkömmlinge, die das Gefühl haben, sie müssten sich anschreiben.

Nun, wir wissen ja, dass wir alle zur Elite der Motorradfahrer gehören. Wir sind die junge, dynamische Generation, die sich durch ein fahrtechnisches Understatement auszeichnet. Wir grüssen jeden auf der Strasse, haben zwei Millionen Kilometer Erfahrung auf dem Motorrad hinter uns und tragen alle dasselbe T-Shirt. Wir kennen uns, das ist die Hauptsache.

Was läuft denn so an der Motorradfront? Meine persönliche Überzeugung, dass japanische Maschinen nie stehen bleiben, wurde gekippt. Je mehr Zylinder und Hubraum, je mehr Japan-Euro Design, desto unberechenbarer die Japaner. Ist doch die Honda von Felix auf der Rückfahrt vom Bayrischen Wald stehen geblieben! Wir mussten ihn mitsamt seiner Maschine auf einer Raststätte zurücklassen, das tat weh. Aber die Italiener haben das schnell ausgeglichen. Andi’s neue Moto Guzzi hat die Ehre wiederhergestellt und ist wegen eines lausigen, versteckten Relais so stehen geblieben, dass sie mit dem Anhänger zum Fachhändler transportiert werden musste.
Damit ist meine Welt wieder in Ordnung und ich kann wieder ruhig schlafen, denn auch meine rote BMW braucht am Ende der Saison frische Ölpumpen-Simmeringe. Alle Klischee’s ok.

Euer Präsident

Last update: 08.10.2017
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