Freiwillig oder gezwungen - TCS-Motorradgruppe

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Freiwillig oder gezwungen


Von Markus Dürrenberger

Die bfu, eine halbstaatliche Organisation Schweizerischer Versicherer, möchte eine neue Kampagne zur Verkehrssicherheit motorisierter Zweiräder starten.
Dazu muss man wissen, Tote sind für Versicherer uninteressant. Sie kosten quasi nichts. Sie sind bloss Prestigezahlen in staatlichen Statistiken, wichtig für Politiker, um neue Gesetze und Repressionen zu rechtfertigen. Interessant ist für die Versicherer die Vermeidung von Unfällen mit Verletzten und Schwerstverletzten, denn diese verursachen riesige Kosten.
Die Statistik sagt dazu: es gibt bei den motorisierten Zweiradfahrern einen hohen Anteil Selbstunfälle. Zwar führt die Verkehrslage zwingend zum Unfall, aber es ist z.B. ein Vorderradtaucher wegen Überbremsung (Nichtbeherrschen des Fahrzeugs) dabei, dann macht der Motorradfahrer einen ‚Selbstunfall‘. Auch das unbeherrschte Fahren von Scootern Innerorts führt zu extrem vielen Unfällen mit schwersten Gesundheitsfolgen.
Was sind die geplanten Massnahmen innerhalb der Kampagne:

- Keine Fahrzeuge ohne ABS mehr im Verkauf ab 2014
- Schutzkleidung zum sexy Symbol von Zweiradfahrern machen
- Bauliche Massnahmen an den Strassen verbessern
- Freiwillige Weiterbildung der Zweiradfahrer


Die Massnahmen sind leicht zu verstehen. Mit ABS keine Vorderradtaucher.
Mit Schutzkleidung weniger schwere Verletzungen. Die Typen mit Badehosen und voller Geschwindigkeit auf der Autobahn sollen verschwinden. Was geschieht wohl mit der Kleidung einiger unserer Harley-Freunde, die eher als rebellisch denn als sicher bezeichnet werden kann?
Bauliche Massnahmen an den Strassen sind die längst bekannten: Leitplanken, Gullideckel, Bitumenreparaturen, Strassenmarkierungen.
Freiwillige Weiterbildung ist ein sehr grosses Thema. 5 % aller motorisierten Zweiradfahrer besuchen einen Kurs wie unseren Einfahrkurs am 21. April oder das Motorrad-Fahrtraining im VSZ-Stockenthal am 28. April 2012.
Wir sind alle überzeugt, dass wir unsere Maschinen beherrschen. Beherrschen wir denn auch unsere Gelüste, die Gruppenzwänge? Wenn die Fahrt auf eine Passstrasse freigegeben wird erküren wir den ungekrönten Helden, der vor allen andern oben ankommt, dabei aber oft ein wenig über seine Grenzen geht, um sein Ziel zu erreichen.  Dann raucht der Held lässige eine Zigarette (die er vorher ein wenig eingekürzt hat), um dem Letzten zu zeigen, wo die richtigen Vorbilder sind? Freiwillig oder Gezwungen?
Unsere Kurse werden als vorbildlich eingestuft. Das Ziel ist jedoch mindestens 50% der motorisierten Zweiradfahrer jedes Jahr in einen solchen Kurs zu locken. Die Kurse sollten auch Übungen der Gruppendynamik enthalten. Die Probleme liegen darin, dass es zu wenig geeignete Übungsplätze gibt (auf öffentlichen Strassen darf nicht geübt werden), dass es zu wenig zertifizierte Instruktoren gibt. Die bfu möchte solche ausbilden und zertifizieren.
Unsere TCS-Motorradgruppe schneidet gut ab. Möglich, dass wir in unseren Reihen sogar freiwillige Instruktoren zertifizieren können und dass wir die Hälfte unserer Mitglieder jedes Jahr zu einer freiwilligen Weiterbildung motivieren können. Lieber so, als später eventuell vom Gesetzgeber dazu gezwungen zu werden.

Euer Präsident Markus


Last update: 08.10.2017
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