Juli-Tour 2010 - TCS-Motorradgruppe

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Juli-Tour 2010 vom 16. - 18.7.2010 - Bericht von Niggi Bastian


Es gehört zu den praktischen Traditionen, dass man sich zu Beginn einer TCS-Töfftour immer in der Liebrüti trifft, um von dort aus die Tour zu beginnen.
So auch am 16. Juli, wo sich 15 Motorradfahrer und eine Sozia zur Tour nach Fiss im Vorarlberg treffen. Alle? Alle bis auf Einen, der noch schnell den Helm zuhause wechseln muss, weil der Funk nicht funktionierte.
Aber Punkt 8.05 Uhr bin auch ich anwesend und nach einer kurzen Ansprache (das Wort zum Freitag) werden die Motorräder gesattelt und ab' geht's. Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite und wir eigentlich auch. Chrom und Goldzähne blitzen in der Sonne, während wir mit zügigem Tempo die ersten Kilometer der "langen Tour" unter die Räder nehmen.
An dieser Stelle möchte ich noch schnell erwähnen, dass ich geografisch einen ziemlich engen Horizont habe, so dass der geneigte Leser mir verzeihe, wenn ich nicht alle Ortschaften aufzähle, die wir durchfuhren.
Wie gesagt, wir fahren also auf der Autobahn bei schönstem Wetter und machen gegen 9.00 Uhr eine kurze Rast an einer Raststätte. Max und ich stehen "Schmiere", damit niemand Geld in die Topcases stecken kann. Nebenbei kann ich die Töffli's begutachten und eine beeindruckende Einrichtung gegen das Dehydrieren des Fahrers bestaunen. Ich selber habe zwar - wie Catherine auch - einen so genannten Camelbak bei mir, damit ich während der Fahrt etwas trinken kann, aber die Konstruktion von Felix stellt alles in den sprichwörtlichen Schatten. Dieser Mann rührt definitiv mit der grossen Kelle an. Max und ich vermuten, dass man bei Felix sogar während der Fahrt "einen heben kann" - der Schlauch wäre jedenfalls lange genug.
Nachdem alle Teilnehmer Flüssigkeiten auf- und abgegeben haben, fahren wir weiter. Die Temperaturen klettern stetig weiter und nachdem wir auf Schweizer Boden noch schnell getankt haben, passieren wir Punkt 12.00 Uhr die österreichische Grenze. Jo mei, jötz geht's oba deftig ab, Buoabn. In einer netten kleinen Herberge verdrücken wir das Mittagessen. Neugierig beobachtet uns eine kleine Katze, die ausgiebig gestreichelt, aber nicht gefüttert werden darf.
Während der Weiterfahrt werden wir mehrmals ziemlich idiotisch/gefährlich von deutschen Gruppenrasern überholt. Als wir zum zweiten Mal von denselben Intelligenzzwergen "zur Seite gedrückt werden", reisst mir der Geduldsfaden. Ich gebe meiner neuen Enduro mal so richtig Zunder und hänge mich an die hintersten drei Motorräder. Als ich - nur so zum Spass…..wirklich…. einen Gang runterschalte und meine Auspuffanlage mal richtig "Krach machen" darf, huschen die Drei schlagartig zur Seite und wollen mich vorbeiwinken. Kopfschüttelnd gehe ich vom Gas und lasse mich von "meiner" Gruppe wieder einholen.
Gegen 16.30 Uhr ist fertig mit "Töffahrer ärgern" und wir kommen im Hotel an. Die Zimmer werden bezogen, die Kleider ausgezogen und husch-husch in den Pool gesprungen, damit man sich etwas abkühlen kann. Einigen Teilnehmern ist das zu umständlich und man nimmt gleich in den Töffklamotten das erste Bier zur Brust. Roland führt die "7-Siech-Regel" ein, wonach jeder, der eine Runde zahlt, in den Club der "7-Sieche" aufgenommen wird. Um 19.30 Uhr ist Apéro angesagt, zu diesem Zeitpunkt habe ich auch schon das erste Bier intus, bin aber noch kein "7-Siech".
Um 20.00 Uhr wird das Nachtessen serviert, ein 5-Gang Menu, das uns teilweise an die kleine Katze vom Mittagessen erinnert.
Roland läuft unterdessen zu einer Höchstform auf und gibt den Tarif für den morgigen Tag durch. Wenn Roland alle seine Pläne umsetzt, dann können wir fest damit rechnen, dass uns am Sonntag sämtliche Jungfrauen von  Fiss, die örtliche Damenriege, die Feuerwehr, die Damenfussballmannschaft sowie die Fisser Trachtengruppe mit Pauken und Trompeten verabschieden werden. Wir sind gespannt.

Nach dem Essen dislozieren fast alle in den schönen Innenhof des Hotels um sich noch einen Schlummertrunk anzutun und den warmen Sommerabend zu geniessen. Daniel kümmert sich noch etwas um die Erderwärmung und zündet sich eine Zigarre an. Andere ergreifen die Gelegenheit und treten dem erlauchten "Club der 7-Sieche" bei. Um 24 Uhr gehen dann aber auch die Letzten ins Bett.

17.Juli 2010

Ob Ihr's glaubt oder nicht: um 6.34 Uhr morgens geht in Fiss der Sirenenalarm ab. "Na, Roland ist aber schon früh unterwegs" denke ich und schlafe noch etwas weiter, weil der Alarm nach zwei Minuten aufhört zu heulen. Nur weit weg hört man noch ein Polizeiauto, dann ist Ruhe bis zum Morgenessen um 7.30 Uhr.
Da Roland aber beim Morgenessen anwesend ist, frage ich mich schon, weshalb dann die Sirenen losgegangen sind…..egal. Ein Blick nach draussen verspricht nicht allzu gutes Wetter. Kühl und durchzogen mit wahrscheinlichen Gewittern.
Wie angekündigt bleibt Roland im Hotel und erscheint "extrem légère" im lockeren Tenue.
Alle anderen schwingen sich auf die Motorräder, so dass wir um 9.00 Uhr abfahrbereit sind.
Wir haben Glück mit dem Wetter, es ist zwar etwas frisch auf den Töfflis, aber wir erwischen keinen einzigen Regentropfen. In den Tälern und Ortschaften ist es sogar ziemlich schwül, so dass wir bei den Zwischenhalten  schon leicht ins Schwitzen kommen.
Beim Mittagessen kann man erneut die lokalen Spezialitäten geniessen, was wir auch ausgiebig machen. Die Tour selber bietet alles, was das Bikerherz begehrt: Grandiose Aussichten auf beeindruckende Felsformationen und ebenso beeindruckende Gewitterwolken.
Die Strassen sind gut befahrbar und Kurven hat's auch genug, so dass fast jeder auch mal die Aussenseiten der Pneus gebrauchen kann.
Kurz nach dem Mittagessen fängt es an zu tröpfeln und wir beschliessen, die Regenkombis anzuziehen. Da die Temperaturen aber trotzdem warm sind, haben bald alle ziemlich warm in der Regenwurst. Es hört aber bald wieder auf zu regnen, so dass einige Fahrer den Regenkombi ausziehen.
Gegen 14.00 Uhr machen wir an einer Schlüsselstelle der Tour einen Halt, damit jeder selber entscheiden kann, ob er nun ins Hotel zurückfährt um zu Wellnessen oder noch ca. 2 Std. Motorradfahren dranhängt.
Ich gehöre zu denen, die gestern schon im Pool gebadet haben - deshalb fahre ich mit einigen anderen noch die vorgeschlagene Zusatzschlaufe. Wenn wir gewusst hätten…...
Nachdem wir ein paar Kilometer gefahren sind, beginnt es wieder zu regnen, so dass wir gezwungenermassen wieder unsere Kombis ans Tageslicht befördern - im Militär nennt man so was "Tenuefick" - anyway.
Auf der folgenden Passhöhe - bei strömendem Regen - beschliessen wir, einen etwas längeren Zvierihalt zu machen. Das Restaurant hat allerlei feine Sachen parat, so dass es uns richtig gut geht - wenigstens aus kulinarischer Sicht. Draussen regnet's immer noch, als wir weiterfahren.
Bei der Fahrt ins Tal rutscht Catherine das Hinterrad in einer Kurve weg und Sie legt sich und das Motorrad hin. Glücklicherweise passiert aber nichts Schlimmes, und kurz darauf ist wieder alles "im Senkel". Seltsamerweise ist diese Kurve schmierig wie Seife und ein herbeigeeilter Anwohner bestätigt, dass "dia Kurvn san schwoanisch glatt - da hom's sich schu a poa hinglegt, göll!". Na super, unser Vertrauen in die österreichischen Strassenbeläge rutscht ziemlich zackig in den Keller. Die nächsten Kurven fahren wir alle etwas vorsichtiger als vorsichtig und bald ist die Gruppe wieder beisammen. Regnen tut's unterdessen schon wieder, so dass wir den direkten Weg ins Hotel anpeilen. Vor uns baut sich eine furchterregende Gewitterfront auf, so dass wir - präventiv - unter einen überdachten Parkplatz von einem Baumarkt  Zuflucht suchen. Überrascht stellen wir fest, dass halb Österreich mit Ihren Autos ebenfalls hier Schutz vor dem Gewitter sucht. Innert kurzer Zeit herrscht auf der überdeckten Fläche ein heilloses Durcheinander von Autos, die kreuz & quer stehen. Sind wir froh, dass wir alle schmale Töffli's haben. Als das Gewitter loslegt, machen die ersten Känel schlapp und lassen das Wasser aus jeder Ritze raussprudeln. Aus den Dolen drückt das Wasser raus und alle scheinen etwas Angst vor eventuellem Hagel zu bekommen. Nach einer halben Stunde ist der Spuk aber vorbei und wir fahren einigermassen trocken zurück ins Hotel, wo wir um 18.00 Uhr eintreffen. Ob gleich alle in die Sauna verschwunden sind weiss ich nicht, da ich noch schnell nach Serfaus weiterfahre, um einem anderen Hobby zu frönen (Geocaching nennt man das). Um 19.00 Uhr bin ich aber auch wieder im Hotel und im Trockenen.
Das Nachtessen ist wiederum sehr fein, Roland ist verdächtig still und verschwindet bald einmal ins Bett, so dass ich Ihn gar nicht nach seinen Abenteuern fragen kann. Schade, ich hätte zu gerne gewusst, ob morgen nun das halbe Dorf zum Abschied am Strassenrand steht.
Aber auch der Rest der Gruppe geht viel früher zum Schlummertrunk über als gestern.

18. Juli

Wie abgemacht frühstücken wir heute um 7.30 Uhr, damit die ganze Gruppe um 9.00 Uhr abfahren kann.
Felix kommt nicht zu spät zum Frühstück, aber die Bedienung hat schon alles abgeräumt, weil alle anderen schon gegessen haben. So macht er kurzerhand einen Abstecher in die Küche (als Koch weiss er ja, wo's langgeht….) und besorgt sich ein "Spontanfrühstück".
Moni verabschiedet sich schon beim Hotel von uns, weil Sie  noch eine Woche Ferien hat und deshalb noch in einem anderen Teil der Schweiz Motorradfahren geht. Spontan entschliesst sich Bruno, Sie noch ein Stück zu begleiten. Der Rest startet die Motoren und biegt um 9.03 Uhr auf die Hauptstrasse ein. Na so was, scheinbar hat sich Roland gestern doch anständig aufgeführt, kein einziges Frauenzimmer winkt uns nach oder schiesst auf uns.
Auf der kurvenreichen Strecke ins Tal bemerken wir ziemlich viele Steinbrocken, die vom Gewitter auf die Strasse gefallen sind. Scheinbar haben wir gestern ein tolles Gewitter erleben dürfen, ich bin jedenfalls sehr beeindruckt von den vielen Steinen auf der Fahrbahn. Beeindruckend ist dann auch die lange Ölspur, die ein BMW, der am Strassenrand steht, hinter sich hergezogen hat. Wahrscheinlich hat ihm ein Stein die Ölwanne zerdeppert, so dass wir fast einen Kilometer lang seine Ölspur auf dem Asphalt verfolgen können. Jaja, die rutschigen Strassen von Österreich…….
Nach kurzer Zeit bemerken wir, dass irgendein Velorennen oder Ähnliches im Gange ist; es kommen uns sehr viele glattrasierte "Männerwädli" auf Rennvelos entgegen. Allgemein hat es heute sehr viel Verkehr auf den Strassen, aber glücklicherweise immer auf der entgegenkommenden Fahrbahn. Da ich schon einige Velorennen live gesehen/miterlebt habe, fahre ich etwas vorsichtiger, da ich schlechte Erfahrungen mit den Begleitfahrzeugen gemacht habe. Es ist aber dann ein privater VW-Bus, der uns zu einer ABS-Aktion (alle bremsen saumässig) zwingt: Am Eingang zu einem Tunnel steht der gute Mann dermassen auf die Eisen, dass ich Alfonso schon wie einen Gecko an seiner Heckscheibe kleben sehe. Aber nicht nur Alfonso bremst wie wild, auch Ursi, Marc und ich "werfen den Anker", wie wenn es kein Morgen mehr gibt. Schlussendlich kommen wir ca. 2 cm vor dem Vordermann zu stehen und sind froh, dass wir versetzt gefahren sind. Das hätte ein tolles Lernvideo gegeben.
Nach diesem Schreck machen wir in der nächsten Ortschaft eine Pause und geniessen den Kaffee und das Adrenalin in vollen Zügen.
Die Gegend, die wir auf dem Heimweg durchfahren ist wunderschön und das Wetter wird langsam freundlicher und wärmer, so dass wir in Landeck schon leicht verschwitzt eintreffen. Felix sorgt noch schnell für eine Fitnesseinlage von Max und mir (Töffanschieben). Nachdem auch dieses technische Problem auf verblüffend einfache Weise gelöst ist, tanken wir noch alle hinter Landeck.
Andi erkundigt sich, ob alle übers Toggenburg nach Hause fahren wollen. Catherine und ich sind die Einzigen, die wegen dem Nachwuchs den direkten Weg nach Hause einschlagen. So verabschieden wir uns in Landeck von dem Anderen und fahren bei schönstem Wetter nach Hause.
Die Fisstour war super organisiert, ein grosses Dankeschön an Andi und Max - jederzeit gerne wieder.



Garmin-GPS-Daten zum Herunterladen:

Anreise Variante 1
- Anreise Variante 2 -  Kurze Tour ab Fiss -  Lange Tour ab Fiss - Rückreise Variante 1 - Rückreise Variante 2

Roadbook zum herunterladen: Sommerferientour 2010 - Roadbook


Tourenleitung:
Andi Fischer und Max Favre


Fotos von Niggi Bastian
Fotos von Andi Fischer
Fotos von Max Favre
Last update: 08.10.2017
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