Sachsentour 2011 - TCS-Motorradgruppe

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Sachsen-Tour 2011


Bericht von Rolf Löhrer
Die Sachsen-Woche ist Geschichte. Wir haben eine interessante, abwechslungsreiche und unfallfreie Motorradwoche erlebt. Wie üblich wollte sich niemand zur Verfügung stellen einen Tourenbericht zu schreiben. Ich raffe mich auf und mache es auf meine Art.

Alle, die bei der Sachsen-Woche nicht dabei sein konnten, haben etwas verpasst. Unser Stützpunkt im Erzgebirge, das Relaxhotel Sachsenbaude in Oberwiesenthal hat sich in jeder Hinsicht als erstklassig herausgestellt.

Die Verpflegung war vom Feinsten. Die Auswahl vom reichhaltigen Frühstücks-Buffet, den variantenreichen Halbpension-Menüs und auch die leckere Selektion auf der Tageskarte inklusive Wetterprognose war nicht leicht Die Speisen wurden allesamt liebevoll zubereitet und ansprechend auf dem Teller präsentiert. Die Spuren des vorzüglichen Essens präsentieren sich nun halt leider auf der Waage.

Unser Service-Team, angefangen vom Chef de Service bis zur AZUBI (Frau Böhm), war sehr freundlich sowie aufmerksam und nicht zu beneiden um ihren Job. Nach einer gewissen Zeit schwoll der Lärmpegel unaufhörlich an, sodass das Service-Personal die grösste Mühe hatte die Bestellungen an die Frau bzw. Mann zu bringen. Es soll sogar vorgekommen sein, dass einige Teilnehmer nicht mehr wussten was sie vor einigen Minuten bestellt hatten vor lauter interessanten Gesprächen.

Die Unterkunft war grosszügig und man hatte viel Stauraum zur Verfügung, speziell geeignet für Motorradfahrer mit ihrer "gstabigen" Ausrüstung (wie zu erfahren war, sollen einige Privilegierten in Suiten logiert haben).

Für alle, die diese Gegend von Deutschland nicht kannten war es sicher ein nachhaltiges Erlebnis. Weite Landschaften, fantastischen Wälder, mäandrierende Flusslandschaften mit  kleinen Naturschwimmbädern wechselten ab mit riesigen, blühenden Rapsfeldern, gelb, so weit das Auge reichte. Wir konnten uns kaum satt-sehen.

Wie üblich wurde am ersten Abend heftig und intensiv diskutiert über die Art und Weise, wie sich der Tourenablauf gestalten soll.

Eigentlich wissen es alle, 21 Motorradfahrer und -fahrerinnen unter einen Hut zu bringen funktioniert nicht, gerade Töffahrer sind einfach Individualisten. Wenn nicht die Mehrheit fluchend und gefrustet von einer Tour heimkehren soll, braucht es mindestens zwei Gruppen. Es ist einfach eine Tatsache, dass die Prioritäten der sportlichen Fahrer und diejenigen der Landschafts-Geniesser rein tempomässig nicht  zusammenpassen.

Bei der Ausfahrt nach Dresden hat es sich gezeigt, dass die 2 Gruppen-Theorie wunderbar funktioniert. Die "Sportler" hatten immer noch heissen Kaffee, als die Geniesser angeschlichen kamen.

Für alle, die Dresden - und speziell das Zentrum - noch nie life erlebt haben, war das Staunen gross. Die schrecklichen Bilder nach der Bombardierung im 2. Weltkrieg kann man ad acta legen. Es sind nur noch sehr wenige Baulücken vorhanden, und diese sollen, wie uns versichert wurde bis 2015 geschlossen werden. Die Spuren des schrecklichen Unwetters sind ebenfalls getilgt.

Max und sein Garmin haben uns mitten ins Zentrum von Dresden geführt und man staune, wir haben unsere Maschinen direkt vor dem Kulturpalast abgestellt (das hätte ich mich alleine nie getraut). Anschliessen sind wir auf Kutschen mit 2 PS umgestiegen und haben uns die Altstadt, die Bauwerke und deren Geschichte  sachkundig erklären lassen. Imposant auch der Fürstenzug, ein 101 Meter langes Wandbild aus Meissner Porzellankacheln, das die Herrscher des Hauses Wettin in voller Montur mit ihren Beinamen darstellt. Ein Mittagessen in einem angenehm kühlen Beizli in der Nähe der Elbe-Terrassen rundete den Besuch in Dresden ab.

Ich bin sicher, für mich gibt es ein nächstes Mal. Ich möchte unbedingt eine Aufführung in der Semperoper oder ein Konzert im Kulturplast miterleben.

Ja, es war etwas los in Dresden. Überall waren bereits Zeichen des am nächsten Tag beginnenden Deutschen Evangelischen Kirchentags zu sehen, der mit 200'000 Teilnehmern unter dem Motto "Geld und Geist" stand. Interessierte hatten die Gelegenheit in Oberwiesenthal die Ansprachen des Landesbischofs, des Bundes-, sowie des Ministerpräsidenten am TV zu verfolgen.

Wie sich im Laufe der Woche gezeigt hat, haben die Diskussionen gefruchtet und die neuen Spielregeln haben zur Zufriedenheit aller tadellos funktioniert. Der Donnerstag hat eindrücklich gezeigt, dass es gut möglich ist, dass man den Tag in der Gruppe oder individuell gestalten kann. Beim Abendessen wurden die Tageserlebnisse intensiv (lautstark) ausgetauscht. Ich hatte den Eindruck, dass alle glücklich und zufrieden waren. Niemand fühlte sich  ausgeschlossen, auch wenn er den Tag nach seinen eigenen Wünschen gestaltet hat.

Wir hatten eine tolle Zeit. Die Freundlichkeit und die Hilfsbereitschaft der Einheimischen, die wir während der ganzen Woche erlebt durften, haben mich persönlich sehr beeindruckt. Beim gemeinsamen Zusammensein wurden die Lachmuskeln arg strapaziert, noch selten habe ich so viel gelacht.

Max, ich möchte dir an dieser Stelle für die immense Arbeit, die du in die Planung und Organisation der Motorradwoche Sachsen gesteckt hast, recht herzlich danken. Diese erlebnisreiche Tourenwoche wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Rolf

Foto von Bruno Eltschinger
Fotos von Max Favre
Fotos von Benno Müller
Last update: 08.10.2017
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