Tourenwoche 2013 - TCS-Motorradgruppe

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Tourenwoche 2013 oder – vom Schichtenprinzip (24.5. – 1.6.13)




Frage: Warum halten Motorradfahrer bei Regen grösseren Abstand? Genau: Damit die Autofahrer beim Überholen dazwischen fahren können…

24.05.2013, Freitag – Anfahrt bis Hausham

Im Radio heisst es: «Guten Morgen, wir haben 4° in Basel und 1° auf dem Land.» Ich will’s nicht recht glauben, was soll denn das? Wir packen unsere Motorräder und treffen unsere Kollegen im Pratteln auf der Raststätte. Und schon erreichen uns die ersten schlechten Nachrichten: Franz und Lydia, Dominique und Trix müssen aus gesundheitlichen Gründen absagen, bei Jean wurde eingebrochen und auch Helena kann kurzfristig nicht teilnehmen. Allen gute Besserung an dieser Stelle! Bleiben noch Bio, Bruno und Silvia, Andi und Yvette, Max, Joe, Benno, Guido, Markus und Ulrike, Urs und Sandra, Ernst und Susi, Felix, Fritz, Monika, Daniel und wir, Olivier und Ursi (Reihenfolge nach Zimmerliste von Reiseunterlagen). Aus 30 werden noch 24. Die Aussicht mit meinen Töffkollegen eine gute Woche zu verbringen steigert meine unterirdisch schlechte Laune ein wenig. Getreu nach dem Schichtenprinzip ziehen wir unsere Regenkombis an. Bei 4 Grad sieht mein persönliches Schichtenprinzip so aus: Beine: Thermohosen, Töffhosen, Regenhosen (3-Schichten), Oberkörper: Thermoshirt lang, T-Shirt (es könnte ja noch wärmer werden), «Gnägi», Innenfutter, Jacke, Regenjacke (6-Schichten). Der Trick ist, sich so anzuziehen, dass man sich zwar noch bewegen kann, aber nicht kalt bekommt, dass man genug anhat, aber auch jederzeit wieder was ausziehen kann. Und es regnet durch bis zum Mittagessen. Dazwischen bekommen wir noch einen Hagelschauer ab und während dem Essen schneit es sogar draussen. Auch später auf der Autobahn als wir wieder unterwegs sind erwischt uns nochmals die weisse Pracht. Und zwar so richtig, dass der Schnee auf dem Visier oder der Scheibe liegen bleibt. Was für ein Ferienbeginn… Der erste trockene Abschnitt der Reise feiern wir beim «Stroblwirt» in Oberhausen mit Kaffee und Kuchen, und da es der Geburtstag von Urs ist, übernimmt er die gesamte Runde spontan. Vielen Dank! Übernachtet wird im Landgasthof «Glück auf» in Hausham. Dort treffen wir auch auf Rolf, Karl und Ruedi, die schon einen Tag früher gefahren sind. Nach einer warmen Dusche, einem Bier und einem leckeren Essen fallen wir alle ins Bett. Nur die Tourenleitung muss nochmals ran und wegen der sehr schlechten Wetterprognosen die Tour vom nächsten Tag umschreiben.

25.05.2013, Samstag – Hausham bis Sankt Englmar
(eine grosse Familie, gemäss Ortsschild)
Es regnet weniger als erwartet und wo immer möglich nehmen die beiden Tourenguides (Max – «the Boss» und Bruno – der Tourenguide) nicht die Autobahn. Was mir persönlich lieber ist. Es ist auch etwas wärmer geworden, trotzdem bleiben alle bei der äussersten Pelle, also dem Regenkombi. Der Reiner-Hof empfängt uns mit einer Baustelle und wir finden uns über einen Behelfssteg an einer provisorischen Rezeption ein, beziehen unsere Zimmerschlüssel und legen uns erst mal trocken um dann sofort wieder nass zu werden: In der fantastischen Badelandschaft des Hotels, Saunalandschaft im UG, Hallenbad, Whirlpool und Dampfbad im Parterre. Einfach herrlich, in die Badeklamotten schlüpfen, Bademantel an und ab ins warme Bad. Das Hotel hat heute einen Bayerischen Themenabend mit Leckereien und Handorgelmusik. Zufällig ist auch das Finalspiel Bayern-München gegen Dortmund (BVB) in London. Natürlich wird dafür eine Leinwand aufgestellt und der Match Zeitnah übertragen. Die Stimmung ist gut und die Bayern gewinnen. Trotzdem gibt’s kein Freibier .

26.05.2013, Sonntag – Regen, Regen, Regensburg

Also wer uns kennt weiss, dass die Motorradgruppe nicht den ganzen Tag einfach nichts machen kann. Darum fahren wir nach Regensburg. Und auf der Fahrt dahin wird mir manches klar: kleiner Regen, grosser Regen, schwarzer Regen, weisser Regen (Flüsse), Regen und Regensburg (Städte). Bei so vielen Vorzeichen ist der Name Programm. Wir werden nass, nässer, pflotschnass. Eigentlich hofften wir auf ein wenig Sonne, aber es wird immer offensichtlicher, der trockenste Ort wird wohl entweder der Ratskeller sein, wo wir zu Mittag essen oder der Regensburger Dom, den wir bewundern. Die Stadt ist sicher wunderschön, aber bei Regen lässt es sich nicht so bewundern. Da hilft es auch nicht, dass wir welche in der Donau sehen, die unter Garantie nasser geworden sind als wir. Zum Glück lässt uns das Wetter nicht verzagen. Zurück auf der Landstrasse wissen wir ja, was uns im Hotel erwartet: ein warmes Bad, die Saune, das Dampfbad und ein leckeres Essen.

27.05.2013, Montag – Wellness-Tag

Selbst unseren hartgesottenen und wasserdichten Tourenchefs ist es heute zu nass. Der Tag steht zu unserer freien Verfügung. Die Meisten bleiben drinnen, ein paar machen sich auf zum Waldwipfelweg, ein paar machen eine Mini-Tour und wir haben wieder Geburtstagskinder in unserer Reihe: Ulrike und Bio laden zum Apéro um 18 Uhr ein und wir finden uns alle ein, singen schön schräg «Happy Birthday». Danke für die Einladung! Ich denke, heute sind alle wirklich aufgewärmt und erholt.

28.05.2013, Dienstag – Tour 3
Wir können es kaum glauben: Es regnet nicht und die Temperaturen sollen auf 17° steigen! Um 8.30 Uhr fahren wir auf die Tour 3 los – Nationalpark Bayerischer Wald. Ca. 288 km im Trockenen erwarten uns und unsere Motorräder sind heiss auf’s gefahren werden. Das merkt man spätestens in der Tschechischen Republik, wo gerne auch mal vergessen wird, dass auch hier Tempolimits gelten. Die Strecke ist aber auch schön. In der ersten Pause übernimmt Max die ganze Rechnung – er hat Geburtstag. So langsam haben wir Übung im Singen und schmettern ein «Happy Birthday», das die Fischer-Chöre vor Neid hätte erblassen lassen. In Tschechien essen wir sehr gut und fahren dann wieder weiter. Da wir bei solch schönen Bedingungen doch etwas schneller als gedacht vorwärts gekommen sind, hängen ein paar noch die Sommerrodelbahn an, ein paar fahren zurück ins Hotel und ein Grossteil begeht den Waldwipfelweg, der bis zu 30 m Höhe durch den Wald auf Höhe der Wipfel führt und einen phantastischen Blick über das Tal bietet. Wir geniessen die Wärme, auch wenn wir schon ein wenig schwitzen. Ganz knapp kommen wir zum Essen und freuen uns über den wunderschönen Tag, den wir geschenkt bekommen haben. Und auch über die Eröffnung der frisch umgebauten Bar mit offeriertem Sekt.

29.05.2013, Mittwoch – Passau
Überraschung: Es regnet wieder, könnte aber auch trocken werden. Wir wagen es und nehmen die nächste Stadt in Angriff: Passau, dort, wo der Inn und die Donau zusammenfliessen. Die Abfahrt ist noch trocken, dennoch wird die äusserste Schicht montiert, schliesslich fährt es sich hier immer irgendwo Richtung «Regen» oder «Regensburg»… Und genau vor Passau kommen wir so richtig ins Wasser von oben. Aber in Passau regnet es nicht mehr und wir können im Trockenen die Stadt anschauen. In kleinen Grüppchen erkundigen wir das für Fronleichnam geschmückte Städtchen, bewundern auch hier den Dom und kaufen die eine oder andere Kleinigkeit ein. Die Rückfahrt ist mehrheitlich trocken und nach dem Badbesuch erwartet uns abends ein Candle-light-Dinner. Leider ohne Karl, er musste zur Abklärung ins Spital. Gute Besserung!!! Auch Fritz reist einen Tag früher als geplant ab und Daniel beschliesst auch spontan sein Wetterglück in München zu suchen. Somit werden aus 24 noch 21.

30.05.2013, Donnerstag – Tag zur Verfügung
Die Prognosen sind genauso schlecht wie gewohnt. Auch heute gibt es verschiedene Varianten: eine kleine Tour fahren in Richtung Sonne, die Brauerei-Tour, Sommerrodeln, Termin bei der Kosmetikerin/Masseurin, Sauna, Baden, Spaziergang und Vorbereiten auf die Abreise. Es ist schon fast wieder soweit. Der letzte Abend im Hotel Reiner-Hof ist angebrochen.

31.05.2013, Freitag – Sankt Englmar bis Blaubeuren
Schon beim Packen regnet es und es wird nicht besser. Die Regenfahrt bis Blaubeuren ist anstrengend. Zum Glück fahren wir mehrheitlich Landstrassen. Die Lastwagen sind wie schon gewohnt kulant und zeigen entweder an, wenn man überholen kann oder fahren durch ein Parkfeld am Rand, damit wir vor ihnen fahren können. Das Gischtaufkommen ist gewaltig und Überholen muss gut geplant sein. In der Gischt gehen wir nämlich trotz grellen Westen leicht unter und im Gegenverkehr gibt es viele Autofahrer, die man im Nebel ohne Licht einfach nicht sieht. Das kleine Stück Autobahn bis Ulm ist für mich persönlich der blanke Horror: Lastwagen, die gischten, Autofahrer, die von hinten mit mörderischem Tempo und ohne Licht angerast kommen und starke Winde, die mich hin und herschieben schaffen mich total. Und nicht nur mich. In Blaubeuren angekommen quartieren wir uns im Hotel Ochsen ein. Mit und ohne Badewannen legen wir uns trocken und machen uns Grüppchenweise auf zum legendären Blautopf. Der Teich wird von einem unterirdischen Zulauf gespiesen und erst vor ein paar Jahren haben sich erstmals Taucher hineingewagt und entdeckt, dass es riesige unterirdische Höhlensysteme gibt. Der Legende nach wohnte dort einst «die schöne Lau» – eine von ihrem Mann verstossene Nixe. Das Abendessen wird auf einer Karte angekündigt, welche ganz auf uns zugeschnitten ist. Wir sind namentlich erwähnt soll das heissen.

01.06.2013, Samstag – Heimfahrt 2. Teil
Aus spontan verlängern weil es so schön ist, wird nichts. Alle wollen möglichst direkt nach Hause. Auf Landstrassen fahren wir Richtung Schweiz. Essen nochmals in Deutschland zu Mittag und erfahren dort auch, dass die 2. Gruppe etwas Pech hatte. Das Motorrad von Felix hatte eine Panne. Während die Gruppe 1 am Essen ist, schauen die anderen rasch rein, verabschieden sich, bekommen ein Stück Pizza und fahren weiter. Dem Rhein entlang, am Einkaufstourismus-Verkehr vorbei zieht es uns magisch Richtung Schweiz und die letzten paar Kilometer sind noch trocken. Wenigstens kommen wir so nicht tropfnass an.

Resumée: Der Bayerische Wald ist total schön, schade, dass die ganzen Mühen, die sich Bruno und Max gemacht haben mehrheitlich umsonst waren. Aber wer weiss, vielleicht wird diese Tourenwoche nochmals geplant und dann auch bei schönem Wetter durchgeführt. Vielen Dank an die beiden Tourenleiter, ich bin immer wieder dankbar, dass es Fahrer wie euch gibt, die schöne Touren mit mir teilen. Wie bekannt sein dürfte, kann ich weder Karten lesen noch sonst Touren planen und daher fahre ich sehr gerne und ohne zu murren mit. Sollte es welche gegeben haben, die nicht zufrieden waren mit der Strassenwahl, der Tourenplanung, den Hotels oder den Rastplätzen: Jede/r darf eine Tour planen, einreichen und auch führen. Der Vorstand ist jederzeit offen dafür!

Allzeit gute Fahrt, eure Ex-Sozia Ursi



Auch bei Nässe sicher und entspannt fahren!
(Interessanter Artikel)

Fotos von Ursi Meier, Benno Müller, Ruedi Gut, Daniel Zimmermann und Max Favre
Last update: 08.10.2017
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