Verkehrssicherheitskurs - TCS-Motorradgruppe

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Verkehrssicherheitskurs Stockental vom 28. April 2012


Ein Bericht von Niggi Bastian


Wie aus dem Ei gepellt stehen Catherine und ich frühmorgens auf dem Parkplatz des Verkehrssicherheitszentrum Stockental und erwarten die ersten Teilnehmer.
Da wir schon am Freitag angereist sind, können wir schon mal einen Blick auf die Anlage werfen.
Sieht soweit gut aus - ich überlege mir im Stillen, ob ich ein Foto für einen "Vorher-Nachher"-Vergleich schiessen soll.......
Nachdem alle Teilnehmer der ersten Gruppe eingetroffen sind, genehmigen wir uns ein paar Gipfeli und einen Kaffee. Dieser Kaffee sorgt dann auch dafür, dass mir endlich ein Licht aufgeht und ich realisiere, dass ich ja in der zweiten Gruppe bin und somit erst um 10.30 Uhr anwesend sein muss.
Die erste Gruppe wird unterdessen von einem Instruktor begrüsst und gleich zur Theorie in das entsprechende Klassenzimmer geführt - ich darf nicht rein.
Die Zeit vergeht trotzdem wie im Fluge; ich kann auf der Terrasse einer anderen Gruppe Motorradfahrer (Neulenker) zuschauen, Töffheftli lesen oder etwas Smalltalk mit der Bedienung oder Instruktoren machen. So wird's bald einmal 10.30 und nun geht es auch für mich und die eingetroffene "Gruppe Zwo" los.
Nach dem dritten Kaffe und Begrüssung durch unseren Instruktor geht's im Sauseschritt dort hinein, wo die erste Gruppe herauskommt: in's Theoriezimmer.
Gegenseitiges Vorstellen, die geplanten Aktivitäten und einige interessante Geschichten werden erzählt und erklärt. Ich erfahre z.B., dass "Herr G" (ganzer Name der Redaktion bekannt) einen Töff fuhr, der ein ganz speziell einmaliges ABS-System an Bord hatte.
Die Folge davon war "eine spontane Bodenprobe" auf einer italienischen Strada mit der Erkenntnis, dass man auch mit ABS umfallen kann; ABS=Anti-Brems-System.......in diesem Fall.
Damit solche Umfaller nicht mehr passieren, erklärt uns der Instruktor wissenswertes übers Bremsen, Lenken, Dynamik, Physik usw. Ein Film ergänzt den Theorieblock
danach dürfen dann auch wir "auf die Piste".
Was wir schon im Theoriezimmer gehört haben, sehen wir nun mit eigenen Augen; die erste Gruppe ist schon fleissig am "fräsen", zirkeln, Kurven fahren und bremsen.
Wir dürfen uns zuerst auf Trialtöffs etwas warmturnen und warmfahren. Es wird balanciert und langsam gefahren, eng gekurvt und Slalom gefahren.
Bald schon ist der Morgen durch und es geht zum gemeinsamen Mittagessen. nach der ersten Gabel ist auch dem Letzten klar, weshalb die Instruktoren "so gut im Futter stehen"; nun wissen wir auch, weshalb Joe immer durch die Küche auf die Piste kommt.
Nach dem Essen wird auf der Piste sehr anschaulich ein Bremsmanöver von unserem Instruktor gezeigt. Es ist sehr beeindruckend, wie sich der Bremsweg extrem verlängert, wenn man nur eine Sekunde später bremst. Auch mit und ohne ABS sind Differenzen beim Bremsweg erkennbar, die aber erstaunlicherweise gar nicht so viel ausmachen. "Etwas weniger gefuttert, und mein Bremsweg wäre auch ca. 3 Meter kürzer"
denke ich noch, bevor ich nun selber "voll in die Eisen steigen" darf. Augenscheinlich wird bei jedem Teilnehmer nun der Bremsweg mit jedem Mal kürzer und es macht richtig Spass, "den Anker zu werfen", nachdem man den anfänglichen Respekt vor'm Bremsen abgelegt hat. Bevor wir nur noch auf den Felgen fahren, wird die Gruppe geteilt und Kurven fahren geübt. Sollte ja kein Problem sein, aber eben; unter den wachsamen Augen der Gruppenteilnehmer und dem Instruktor lasse nicht nur ich "die Hosen runter".

Da hat man sich doch Sachen angewöhnt, die vielleicht nicht ganz so optimal zum Thema Kurven fahren passen. Aber man ist ja lernfähig. nachdem man Kritik und auch Lob entgegen genommen hat, darf die andere Hälfte der Gruppe versuchen, ungeschoren durch zwei Kurven zu kommen.
Ist schon interessant zu sehen, wie verschieden doch die Linien sind, die jeder Teilnehmer durch die Kurve wählt.
So langsam leert sich das Gelände und wir dürfen zum Schluss des Kurses noch mal den ganzen Platz ausnutzen. Bei verschiedenen Stellen steht der Instruktor und beobachtet unser Treiben.
Falls es etwas zum verbessern - in unserem Fall natürlich perfektionieren - gibt, dann kann man diese Tipps grad an Ort und Stelle abholen.
Mit hoher Geschwindigkeit im Kreis fahren ist wahrscheinlich auch nicht gerade das, was man auf jeder Tour macht und auch hier kann man mit verschiedenen Sitzpositionen ausprobieren, was denn für einem persönlich am Besten ist.
Unser Instruktor hat das schöne Problem, dass er von der Kreisbahn gar nicht mehr an einen anderen Ort wechseln kann. Er wird immer wieder befragt oder gibt Tipps, damit es bei der nächsten Runde noch besser geht.
Zum Schluss des Kurses dürfen dann auch wir noch Auskunft geben; in Form einer kurzen Umfrage kann jeder selber mitteilen, ob der Kurs gut oder sehr gut war.
Da keine Reklamationen kommen, lassen wir das Verkehrssicherheitszentrum Stockental mit einem zufriedenen und durchgeschwitzen Instruktor zurück.
Da der besuchte Basiskurs sehr viel Spass gemacht hat bleibt zu hoffen, dass der weiterführende Kurs hoffentlich nächstes Jahr auf dem Jahresprogramm steht.

Fotos von Catherine und Niggi Bastian
Last update: 08.10.2017
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