Volle Konzentration - TCS-Motorradgruppe

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Der Strassenverkehr erfordert die volle Konzentration


bfu zu Unaufmerksamkeit und Ablenkung als Unfallursachen


Wer sich im Strassenverkehr bewegt, sollte seine ganze Konzentration darauf richten.
Das ist angesichts der zahlreichen Ablenkungsquellen nicht immer einfach.
Entsprechend ereignen sich häufig Verkehrsunfälle wegen Unaufmerksamkeit. Die bfu
wertet in einer Studie das Unfallgeschehen aus, analysiert Unaufmerksamkeit und
Ablenkung aus psychologischer Sicht und zeigt mögliche Massnahmen auf.

Unaufmerksamkeit und Ablenkung stehen bei den Verkehrsunfallursachen an erster Stelle. Im Jahr
2010 waren sie für 26 Prozent aller Schwerverletzten und Getöteten zumindest mitverantwortlich. In
absoluten Zahlen waren das 1189 Schwerverletzte und 68 Getötete. Der Anteil am
Gesamtunfallgeschehen blieb in den letzten zehn Jahren relativ konstant (ein Viertel bis knapp ein
Drittel). Das zeigt die Auswertung der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung.


Die jeweilige Ursache der Ablenkung ist an der Unfallstelle allerdings schwer abschätzbar. Konkrete
Ablenkungssituationen können nach dem Ereignis oft nur vermutet werden oder sich auf Aussagen
Beteiligter stützen. So forderte im Jahr 2010 die Bedienung eines Mobiltelefons gemäss polizeilich
registrierten Unfällen 16 Schwerverletze und 2 Getötete. Die tatsächliche Zahl dürfte indessen deutlich
höher liegen. Denn Studien zeigen, dass das Telefonieren am Steuer das Risiko für Unfälle mit
schweren Verletzungen erheblich erhöht. Die (in der Schweiz verbotene) Benützung des Handys
steigert das Risiko um fast das Fünffache, die (erlaubte) Benützung einer Freisprechanlage um das
Vierfache. Weil diese Gefährdung nur unwesentlich geringer ist, rät die bfu auch vom Telefonieren mit
Freisprechanlage am Steuer ab. Aber auch Mitfahrer können die Aufmerksamkeit der Lenker und ihre
Fahrweise beeinflussen. Der negative Effekt dieser Ablenkungsquelle macht sich vor allem bei jungen
Lenkern bemerkbar.


Die Gefährlichkeit von Unaufmerksamkeit und Ablenkung im Strassenverkehr und insbesondere des
Telefonierens mit der Freisprechanlage ist den Lenkern zu wenig bewusst. Aus diesem Grunde sollte
das Thema im Rahmen der Fahrausbildung ausführlich und mit Nachdruck behandelt werden. Extrem
riskant ist im Übrigen jede Form von Textmessaging am Steuer (SMS, Twitter u. ä.). Sie beansprucht
sowohl die visuelle wie auch die geistige und motorische Aufmerksamkeit. Hier ist ein entschiedenes
Vorgehen unabdingbar, Polizeikontrollen und Informationskampagnen müssen intensiviert werden.

Auch Reize ausserhalb des Fahrzeugs können sich ablenkend auswirken und somit dem
Strassenverkehr die erforderliche Aufmerksamkeit entziehen. Strassenreklame sollte daher auf ein
Minimum reduziert werden. In diesem Zusammenhang ist auch der so genannte Schilderwald, also
die übermässig grosse Anzahl an Verkehrssignalen, zu lichten. Die Technologie kann den negativen
Folgen der Ablenkung am Steuer ebenfalls entgegenwirken. Zu nennen sind dabei etwa
Geschwindigkeits- und Navigationsanzeige in der Windschutzscheibe, Lenkrad-Fernbedienung für
CD-Player und Radio sowie Fahrer-Assistenzsysteme zur Vermeidung von Kollisionen.

Das bfu-Faktenblatt «Unaufmerksamkeit und Ablenkung» und die Seiten zum Thema im SINUS-Report 2011
können heruntergeladen werden unter: http://www.bfu.ch/German/medien/Seiten/2012_02_21.aspx

Last update: 08.10.2017
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